Schwimmteiche bauen mit Know-how und Köpfchen

Sauberes und natürliches Wasser - das wünschen sich Hausbesitzer von einer Bademöglichkeit im eigenen Garten. Um hier sicher zu gehen, entscheiden sich immer noch viele für das chemisch aufbereitete Wasser im Swimmingpool. Dabei sind klares Wasser und natürliche Reinigung kein Widerspruch, stellt die Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer (DGfnB) klar.

Etwa 700.000 Eigenheimbesit­zer haben sich in Deutschland den Traum vom Swimmingpool erfüllt. Das stellte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) imEtwa 700.000 Eigenheimbesit­zer haben sich in Deutschland den Traum vom Swimmingpool erfüllt. Das stellte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bundesverbandes Schwimmbad & Wellness e. V. fest. Hinzu kommen rund eine Million Aufstellbecken mit einer Wassertiefe von bis zu einem Meter.

260.000 Befragte haben konkret vor. sich in absehbarer Zeit einen Pool bauen zu lassen. Im Durchschnitt werden jährlich etwa 16.000 gechlorte Swimming-^ pools in Deutschland gebaut. ..Könnten Landschaftsbaubetriebe nur 20 Prozent dieser Kunden vom privat genutzten Naturpool oder Schwimmteich überzeugen, wäre das ein Volumen von 3.200 Teichen pro Jahr", sagt Wendelin Jehle, Präsident der DGfnB. Gar­tenbesitzer wollen ihren Naturpool oder Schwimmteich im Garten mit allen Sinnen genießen. Im Mittel­punkt stehen Entspannung, aber auch Gesundheit und Fitness. Noch nie war es so einfach, Gartenbesitzer von den Vorteilen eines Naturpools oder Schwimmteiches ohne Chemie zu überzeugen. Ob Lebensmittel oder Kleidung - Natürlichkeit steht hoch im Kurs. Der Naturpool oder Badeteich im eigenen Garten ist da keine Aus­nahme. Energie-Effizienz dank sparsamer Technik, geringe Unter­haltskosten, einfache Wartung und Pflege sind weitere Argumente, die für eine naturbewusste Klien­tel wichtig sind. Viele Menschen haben allerdings Bedenken, ob die natürliche Reinigung tatsächlich so gut funktioniert wie versprochen. Sie befürchten, dass Algen im Sommer das ungetrübte Badever­gnügen zu einer eher betrüblichen Angelegenheit machen oder haben Angst vor mangelhafter Hygiene. Einfacher und sicherer ist es da doch, mit chemischen Mitteln Algen und Keimen auf den Leib zu rücken, meinen viele in ihrer Unkenntnis. Die Kehrseite der Medaille sind vom Chlor hervor­gerufene Hautreizungen und rote, brennende Augen. Doch Wasser, das nach den gültigen Richtlinien undEmpfehlungen aufbereitet ist, braucht keine chemischen Mittel. Im Gegenteil: sie sind sogar unter­sagt, um die biologische Substanz zu schützen. Natürlich und effizienter arbeiten Mikroorganismen, also Kleinstlebewesen, die man mit dem bloßen Auge nicht oder kaum wahrnehmen kann. Sie kommen in jedem natürlichen Gewäs­ser und Ökosystem vor. In einem belebten Wasser herrscht ein Gleichgewicht zwi­schen Räuber- und Beutetieren, so dass krankheitserregende Keime auf natürliche Weise reduziert werden, ganz nach dem Motto: „Nutze die Kraft der Natur". Voraussetzung, damit die natür­liche Reinigung funktioniert, ist immer ein fachgerechter, qualifi­zierter Bau des Naturpools oder Schwimmteiches. Seit 1999 fördert die Deutsche Gesellschaft für naturnahe Bade­gewässer die vollbiologische Was­serreinigung und kümmert sich bundesweit um deren Verbreitung. Mittlerweile hat sich der Verein zu einem Zusammenschluss von mehr als 250 Schwimmteichbau­ern, Planern, Systemanbietern sowie Badbetreibern und zu einem international anerkann­ten Beratungsorgan gemausert. Gemeinsam mit der Forschungsge-sellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) und der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V (DGfdB) wurden Regelwerke für private und öffent­liche Badeteiche entwickelt, die einwandfreie Wasserqualität und höchste hygienische Standards gewährleisten. Die DGfnB steht jedem Schwimmteichbauer offen - unab­hängig davon, ob er an einen Systemhersteller angeschlossen ist oder nicht. Auch Planer, Gutach­ter und die Betreiber öffentlicher Bäder gehören zu den Mitgliedern. Auf neutraler, herstellerunabhän­giger Ebene gedeiht der Gedan­ken- und Ideenaustausch. Neueste Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung werden allen Mit­gliedern zur Verfügung gestellt. Im Mittelpunkt steht nicht, eine bestimmte Technik zu fördern, sondern das Allgemeinwissen rund um den naturnahen Schwimmteich weiter auszubauen und beständig zu aktualisieren. Das Know-How jedes Einzelnen potenziert sich in der DGfnB zu einem Wissenspool, der allen Mitgliedern nützt – und letztlich für ein hervorragendes Produkt und zufriedene Kunden sorgt.


Fort- und Weiterbildung sind für Schwimmteichbauer das A und O. Jedes Jahr lädt die DGfnB hoch­karätige Referenten ein, die auf Fachtagungen. Seminaren und bei Fortbildungsveranstaltungen ihr Wissen an die Mitglieder weiterge­ben. Planer und Betreiber öffentli­cher Anlagen treffen sich ebenfalls regelmäßig zum Gedankenaus­tausch und zur Weiterbildung. Ein Highlight ist der Internationale Schwimmteichkongress mit Vertre­tern aus mittlerweile 16 Nationen, der alle zwei Jahre an wechseln­den Tagungsorten stattfindet. Im Oktober 2015 wird der Kongress gleichzeitig mit der Messe Aqua-nale in Köln vom DGfnB unter der Schirmherrschaft der Internatio­nalen Organisation für naturnahe Badegewässer (IOB)veranstaltet. 


Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Vereinigung ist die „Qualifikation zum Schwimm­teichbauer". Die modulare Fort­bildung wurde in Kooperation mit der Akademie Landschaftsbau Weihenstephan (ALW) in Freising und der Deula Westfalen-Lippe in Warendorf ins Leben gerufen. Landschaftsgärtner können sich an der Deula und in der ALW zum anerkannten Spezialisten für den Schwimmteichbau ausbilden lassen. Die Lehrgänge werden zurzeit überarbeitet und ab Winter 2014/2015 wieder angeboten. Den Teilnehmer der Kurse werden alle Kenntnisse vermittelt, die sie benötigen, um ihre Kunden kompetent beraten und Anlagen fachgerecht planen und ausführen zu können. Das besondere an der Ausbildung ist die enge Verzah­nung von Theorie und Praxis. Mit dem Bestehen der schriftlichen und mündlichen Prüfung wird das Zertifikat „Qualifizierter Schwimmteichbauer (DGfnB)" verliehen. Wer als Schwimm­teichbauer in speziellen Bereichen sein Fachwissen vertiefen will, kann diese dann auch als einzelne Module buchen. Wer als Landschaftsgärtner Schwimmteiche plant oder baut und den Wissenstransfer innerhalb der DGfnB nutzen will, ist als Mitglied herzlich willkommen. Eine Gelegenheit, die Gesellschaft kennenzulernen ist die kommende Fachtagung der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) über natür­liche Badegewässern Kooperation mit der DGfnB. Sie findet am 20. und 21. März 2014 statt. Mehr Infos: www.dgfnb.de